Eine Anwartschaft bei einer Versicherung ist ein häufig genutzter Begriff im Bereich der privaten Krankenversicherung. Dabei handelt es sich um eine optionale Zusatzvereinbarung, die es ermöglicht, den Versicherungsschutz vorübergehend auszusetzen, ohne ihn vollständig zu verlieren. Mit einer Anwartschaftsversicherung können Versicherte eine Pause einlegen, ohne bei der Wiederaufnahme des Versicherungsschutzes erneut Gesundheitsfragen beantworten oder Vorerkrankungen angeben zu müssen.
Welche Vorteile hat eine Anwartschaft?
Hauptsächlich erlaubt sie es, den Versicherungsschutz beizubehalten, selbst wenn vorübergehend die Beiträge nicht gezahlt werden können. Dies kann beispielsweise bei vorübergehender Arbeitslosigkeit oder einer längeren Auszeit der Fall sein. Auch bei längeren Auslandsreisen ist es sinnvoll, eine Anwartschaft zu nutzen, um den Schutz nicht zu verlieren. Ein weiterer Vorteil ist, dass bei der Reaktivierung des Versicherungsschutzes keine neue Gesundheitsprüfung erforderlich ist. Das ist besonders bei Vorerkrankungen wertvoll, da diese oft zu höheren Beiträgen oder zur Ablehnung des Schutzes führen können.
Wie lange kann eine Anwartschaft bestehen?
Die Laufzeit variiert je nach Versicherungsgesellschaft, aber normalerweise kann eine Anwartschaft für bis zu fünf Jahre abgeschlossen werden. In besonderen Fällen, wie bei längeren Auslandsaufenthalten oder Krankheit, kann die Dauer auch länger sein.
Was geschieht nach Ablauf der Anwartschaft?
Nach Ende der vereinbarten Laufzeit wird der Versicherungsschutz automatisch wieder aktiviert, meist ohne erneute Gesundheitsprüfung oder Wartezeit. Allerdings können die Beiträge nach Ablauf höher ausfallen, da sich die Versicherungsbedingungen oder Beitragssätze geändert haben könnten.
Kann eine Anwartschaft abgelehnt werden?
Grundsätzlich haben Versicherer das Recht, eine Anwartschaft abzulehnen. Dies passiert beispielsweise bei schweren Vorerkrankungen oder wenn die Anwartschaft beantragt wird, während der Versicherungsschutz bereits ruht. Auch bei einer bestehenden Anwartschaft kann eine Verlängerung abgelehnt werden, etwa wenn der Versicherte während der Anwartschaft erkrankt.
Wie hoch sind die Kosten einer Anwartschaft?
Die Kosten variieren je nach Versicherungsgesellschaft und individuellen Vertragsbedingungen. In der Regel fallen zusätzliche Beiträge an, die jedoch niedriger als die regulären Beiträge sind. Die genauen Kosten sollten vor dem Abschluss bei der Versicherung erfragt und sorgfältig geprüft werden.
Welche Faktoren beeinflussen die Kosten einer Anwartschaftsversicherung?
Alter des Versicherten, gewählter Umfang und die Dauer der Anwartschaft beeinflussen die Kosten, die jedoch meist geringer als bei einer normalen Krankenversicherung sind.
Was passiert bei Erkrankung während der Anwartschaft?
Eine Erkrankung muss der Versicherung gemeldet werden, der Schutz bleibt bestehen, es können jedoch zusätzliche Kosten entstehen, abhängig von der Art der Erkrankung.
Kann eine Anwartschaftsversicherung gekündigt werden?
Ja, eine Kündigung ist jederzeit möglich. Allerdings sollte der Versicherte beachten, dass bei einer späteren Rückkehr zur Beitragszahlung eventuell erneut Gesundheitsprüfungen erforderlich sind und die Kosten höher werden können.
Welche Varianten von Anwartschaftsversicherungen gibt es und worin unterscheiden sie sich?
Es existieren zwei Arten: mit Beitragszahlung und ohne.
- Bei der Anwartschaft mit Beitragszahlung werden weiterhin Beiträge geleistet, um den Schutz aufrechtzuerhalten, ideal für Personen ohne temporäre Einkünfte oder in Übergangsphasen.
- Die Anwartschaft ohne Beitragszahlung erlaubt das Aussetzen der Zahlungen, während der Schutz erhalten bleibt, geeignet bei Krankheit oder Arbeitslosigkeit.
Was unterscheidet eine Anwartschaft von einer Ruheversicherung?
Eine Ruheversicherung, eine andere Form der Krankenversicherung, ermöglicht ebenfalls das Aussetzen der Beiträge, jedoch meist nur für kurze Zeiträume, während eine Anwartschaft langfristiger ist.
Zusammenfassung
Eine Anwartschaft bei privaten Krankenversicherungen erlaubt es, den Versicherungsschutz ohne erneute Gesundheitsprüfung wieder aufzunehmen. Versicherte können so Beitragszahlungen pausieren, wenn sie z.B. arbeitslos sind oder eine Auszeit nehmen. Die Dauer und Kosten einer Anwartschaft variieren, sind aber meist niedriger als reguläre Beiträge. Anwartschaften können mit oder ohne Beitragszahlung abgeschlossen werden. Bei Erkrankung während der Anwartschaft kann der Schutz bestehen bleiben, möglicherweise aber mit Zusatzkosten. Eine Anwartschaft kann gekündigt werden, wodurch später jedoch höhere Kosten entstehen können.
Siehe auch: Anwartschaftversicherung in der privaten Krankenversicherung
Synonyme:
Anwartschaftsversicherung