Die Schadenversicherung stellt neben der Summenversicherung eine der grundlegenden Formen von Versicherungen dar. Im Schadensfall richtet sich die Leistung, die der Versicherer dem Versicherungsnehmer auszahlt, nach der tatsächlichen Schadenhöhe. Dieses Modell verfolgt das Prinzip der Bedarfsdeckung, bei dem die Versicherungsauszahlung den durch den Schaden entstandenen finanziellen Bedarf decken soll. Wichtig ist, dass der Versicherungsnehmer aus der Entschädigung keinen finanziellen Vorteil ziehen darf, wie es im Bereicherungsverbot gemäß § 74 VVG festgelegt ist.
Welche unterschiedlichen Typen von Schadenversicherungen existieren?
Innerhalb der Schadenversicherung gibt es verschiedene Formen, die auf spezifische Erfordernisse und Gefahren zugeschnitten sind:
- Unbegrenzte Interessenversicherung
Sie ersetzt den gesamten Schaden bis zur tatsächlichen Schadenshöhe, ohne eine vorher festgelegte Versicherungssumme oder einen -wert.
- Erstrisikoversicherung
Hier trägt der Versicherungsnehmer einen Teil des Schadens selbst, während die Versicherung den restlichen Betrag abdeckt.
- Vollwertversicherung
Diese deckt den gesamten Wert des versicherten Objekts, wie etwa eines Gebäudes, ab, wobei die Versicherungssumme dem Versicherungswert entspricht.
- Bruchteilversicherung
Nur ein bestimmter Teil des Schadens wird ersetzt; der Rest ist vom Versicherungsnehmer zu tragen.
- Versicherungsformen mit Selbstbeteiligung
Eine Franchise wird vereinbart, bei der der Versicherungsnehmer einen bestimmten Anteil des Schadens übernimmt, während die Versicherung den Rest ersetzt.
Wie wird die Zahlung bei Schadenversicherungen begrenzt?
Grundsätzlich orientiert sich die Leistung an der Schadenhöhe, kann jedoch durch die Versicherungssumme und den Versicherungswert weiter begrenzt werden. Meist gilt eine dreifache Begrenzung, die besagt, dass die Leistung maximal das Dreifache der Schadenhöhe betragen kann. Die Versicherungssumme dient dabei als maximale Entschädigungsgrenze und Basis für die Prämienberechnung.
Welche Methoden zur Werteinschätzung gibt es bei Schadenversicherungen?
Um den entstandenen Schaden zu bemessen, ist eine Wertkonvention notwendig. Diese bestimmt die Methode zur Ermittlung des Wertes des versicherten Objekts. Zu den häufigsten Methoden gehören:
- Neuwert
Der Wert wird zum Zeitpunkt des Schadens anhand aktueller Neupreise berechnet.
- Zeitwert
Der Neuwert abzüglich Wertminderung durch Alter und Abnutzung.
- Wiederbeschaffungswert
Dies sind die Kosten, um das Objekt in gleicher Art und Qualität zu ersetzen.
- Gemeiner Wert
Der Marktwert des Objekts zum Schadenszeitpunkt. 5. Reparaturkosten: Bemessung des Schadens basierend auf den tatsächlichen Reparaturkosten.
Welche Bereiche umfasst die Schadenversicherung?
Hauptsächlich deckt die Schadenversicherung die Bereiche der Nominalgüterversicherung und der Sachversicherung ab.
- Zur Nominalgüterversicherung gehören beispielsweise die Versicherung von Geld, Wertpapieren oder Edelmetallen.
- Die Sachversicherung hingegen umfasst die Versicherung von Gütern wie Gebäuden, Hausrat oder Fahrzeugen.
Beide Bereiche arbeiten nach dem Prinzip der Schadenversicherung, bei dem die Leistung von der tatsächlichen Schadenhöhe abhängt.
Zusammenfassung
Die Schadenversicherung ist eine Versicherungsform, bei der die Auszahlung im Schadensfall an der Höhe des entstandenen Schadens bemessen wird. Sie folgt dem Prinzip der Bedarfsdeckung ohne Bereicherung des Versicherten. Es gibt unterschiedliche Typen wie die unbegrenzte Interessen-, die Erstrisiko-, die Vollwert- und die Bruchteilversicherung sowie Formen mit Selbstbeteiligung. Die Versicherungsleistung wird durch die Versicherungssumme begrenzt und kann dreifach höher als der Schaden sein. Wertkonventionen zur Schadenbemessung basieren auf Neuwert, Zeitwert, Wiederbeschaffungs- und Gemeinem Wert sowie Reparaturkosten. Schadenversicherungen decken Nominalgüter wie Geld und Sachwerte wie Immobilien ab.
Synonyme:
Schadensversicherung,Schadenversicherungen,Schadensversicherungen