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BegriffDefinition
Manifestationsprinzip

Das Manifestationsprinzip ist ein Grundsatz des Versicherungsrechts, der besagt, dass ein Versicherungsfall nur dann gedeckt ist, wenn die versicherte Gefahr während der Versicherungsdauer tatsächlich eingetreten ist. Das bedeutet, dass der Versicherungsnehmer einen Schaden erleiden muss, der durch eine versicherte Gefahr verursacht wurde, damit die Versicherung die Leistung erbringen muss. Dieser Schaden muss während der Versicherungsdauer eingetreten sein, da die Versicherung nur für Risiken haftet, die während der Vertragslaufzeit bestehen.

Beispiel:
Ein Hausbesitzer hat eine Gebäudeversicherung abgeschlossen, die Schäden durch Feuer abdeckt. Während der Versicherungsdauer bricht in seinem Haus ein Feuer aus und verursacht erhebliche Schäden. In diesem Fall greift das Manifestationsprinzip, da der Schaden durch die versicherte Gefahr (Feuer) während der Versicherungsdauer eingetreten ist. Die Versicherung muss somit für die entstandenen Schäden aufkommen.

Warum ist das Manifestationsprinzip wichtig?
Das Manifestationsprinzip ist für Versicherungen von großer Bedeutung, da es die Grundlage für die Leistungserbringung bildet.

  1. Ohne dieses Prinzip könnten Versicherungen nicht kalkulieren, welche Risiken sie abdecken und welche Prämien sie dafür verlangen müssten. Es stellt sicher, dass die Versicherung nur für tatsächlich eingetretene Schäden aufkommen muss und nicht für mögliche, aber nicht eingetretene Risiken.
  2. Durch das Manifestationsprinzip wird auch die Vertragslaufzeit einer Versicherung festgelegt. Sie beginnt mit dem Abschluss des Versicherungsvertrags und endet mit dessen Ablauf oder Kündigung. Während dieser Zeit ist die Versicherung für alle Schäden zuständig, die durch versicherte Gefahren verursacht werden.

Welche Auswirkungen hat das Manifestationsprinzip auf die Versicherungsbranche?
Das Manifestationsprinzip hat verschiedene Auswirkungen auf die Versicherungsbranche.

  1. Zum einen stellt es sicher, dass Versicherungen nur für tatsächlich eingetretene Schäden aufkommen müssen, was ihre finanzielle Stabilität gewährleistet.
  2. Zum anderen führt es dazu, dass Versicherungen bei Vertragsabschluss eine genaue Risikoprüfung durchführen, um das Risiko eines Schadens so genau wie möglich einschätzen zu können.
  3. Das Manifestationsprinzip hat auch Auswirkungen auf die Versicherungsbedingungen. In den Verträgen werden genau definiert, welche Gefahren versichert sind und welche nicht. Dadurch wird sichergestellt, dass die Versicherung nur für die vereinbarten Risiken haftet und nicht für mögliche, aber nicht versicherte Gefahren.

Worin unterscheidet sich das Manifestationsprinzip vom Schadenereignisprinzip?

  • Das Manifestationsprinzip besagt, dass ein Schaden erst mit seiner Feststellung als Versicherungsfall gilt, was vor allem bei Sach- und Haftpflichtversicherungen Anwendung findet.
  • Im Gegensatz dazu tritt beim Ereignisprinzip, das hauptsächlich bei Personenversicherungen genutzt wird, der Versicherungsfall bereits mit dem Eintritt des versicherten Ereignisses ein.

  • Das Manifestationsprinzip führt dazu, dass nur für manifestierte Schäden gezahlt werden muss, was jedoch auch den Nachweis des genauen Schadenzeitpunktes erfordert und Streitigkeiten verursachen kann.
  • Das Ereignisprinzip bietet von Beginn an Schutz, führt aber zu Zahlungen auch für nicht manifestierte Schäden und damit möglicherweise zu höheren Beiträgen.

Die Wahl des Prinzips hängt von der Versicherungsart, gesetzlichen Vorgaben und individuellen Vereinbarungen ab. In Deutschland wird beispielsweise bei Krankenversicherungen das Ereignisprinzip angewendet, bei Haftpflichtversicherungen das Manifestationsprinzip.

Zusammenfassung
Das Manifestationsprinzip im Versicherungsrecht besagt, dass ein Schaden nur dann abgedeckt wird, wenn er während der Laufzeit der Versicherung durch eine abgesicherte Gefahr entsteht. Es ermöglicht Versicherungen, Risiken und Prämien genau zu kalkulieren und sichert ihre finanzielle Stabilität. Dieses Prinzip ist entscheidend für die Leistungserbringung und beeinflusst die Gestaltung von Versicherungsbedingungen.
Im Unterschied dazu steht das Ereignisprinzip, welches vor allem in Personenversicherungen verwendet wird und bereits beim Eintritt des Ereignisses Versicherungsschutz bietet.
In Deutschland wird bei Krankenversicherungen das Ereignisprinzip, bei Haftpflichtversicherungen das Manifestationsprinzip angewandt.